SORRYFORNOTHING


SKULPTUR  SORRYFORNOTHING

VON PHILIP KOJO METZ ENTHÜLLT – 
ZWEITES EXPONAT IN DEN RÄUMEN DER
BERLIN AUSSTELLUNG IM HUMBOLDT FORUM


Mit der Enthüllung und Einweihung der Skulptur SORRYFORNOTHING WURDE AM 24.10.2019 das zweite Objekt in die Räume der künftigen Berlin Ausstellung im Humboldt Forum eingebracht worden. Das Kunstwerk von Philip Kojo Metz stellt den ersten Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit im Rahmen der Berlin Ausstellung dar.

Mit der Arbeit SORRYFORNOTHING markiert Philip Kojo Metz  die Leerstelle im öffentlichen Gedenken an die Kolonialkriege und seine Opfer. Er fordert einen kritischen Umgang mit der deutschen Kolonialpolitik des Kaiserreichs, deren Geschichte bis in die Gegenwart reicht.

Die Kunstaktion begann bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit dem Art Handling, dem Transport großformatiger Holzkisten (ca. 3,20 x 1,80 x 2,20 m) zum Humboldt Forum. Dieser Transport der erwarteten Skulptur stellt für den Künstler Philip Kojo Metz die wichtigste Phase der Kunstaktion dar. Der besondere Moment während der Enthüllung und Einweihung: Die Kisten waren leer, die Skulptur SORRYFORNOTHING unsichtbar. Die unsichtbare Skulptur ohne Sockel und ohne Inschrift stellt eine paradoxe Situation her: Eine Erwartungshaltung wird nicht eingelöst.

Der aufwendige Transport sowie die komplexen Schritte zur Einbringung der Transportkisten wurden filmisch und fotografisch begleitet. Die Fotoaufnahmen von Philip Kojo Metz werden Eingang in die Berlin Ausstellung finden. Ebenso wird das Denkmal mit Markierungen im Ausstellungsraum umrandet und abgegrenzt, die Bodengestaltung im Raum wird unterbrochen.

Dazu der Künstler Philip Kojo Metz: „Die Deutungshoheit der Geschichte nach gewaltsamen und kriegerischen Auseinandersetzungen liegt bekanntlich bei den Siegern. Ich möchte einen Fokus auf die unerzählten, oft auch unterdrückten, verschwiegenen und damit ‚unsichtbaren‘ Geschichte(n) der ‚Verlierer‘ legen. SORRYFORNOTHING thematisiert das Unsichtbare in der Kunst – und damit in der Welt. Das Ungesehene, Unausgesprochene, Un(an)erkannte. SORRYFORNOTHING als Denkmal für den Umgang und die Konflikte kolonialer Politik, deren Geschichte bis in die Gegenwart reicht. Nachwirkungen sind nicht nur die Kriege des 20. Jahrhunderts, auch die die Migrationsbewegungen und ihre Ursachen im beginnenden 21. Jahrhunderts sind Beispiele dafür.“

Paul Spies, Direktor Stadtmuseum Berlin und Chef-Kurator des Landes Berlin im Humboldt Forum: „In der Berlin Ausstellung werden wir die Verflechtungen Berlins mit der Welt aufzeigen. Und die zeigen sich nicht nur in der Weltoffenheit der Großstadt, sondern auch in der Gewaltgeschichte, die Berlin geprägt hat. Die deutschen Kolonialkriege sind Teil dieser Geschichte, schließlich war Berlin als Hauptstadt des Deutschen Kaiserreiches Zentrum der deutschen Kolonialpolitik. Im Zentrum steht für mich die Erkenntnis, dass Kolonialismus nicht nur die Gesellschaft der Kolonisierten prägte, sondern auch die Gesellschaft der Kolonisierenden.“

Die Berlin Ausstellung im Humboldt Forum, ein Kooperationsprojekt von Kulturprojekte Berlin und dem Stadtmuseum Berlin, wird sich querschnittsartig auch mit der Geschichte des Kolonialismus und den kolonialen Verflechtungen Berlins beschäftigen. Darüber hinaus wird an verschiedenen Orten des Humboldt Forums die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit stattfinden. Parallel zu der Einbringung des Kunstwerks SORRYFORNOTHING laufen Entwicklung und Produktion der Berlin Ausstellung, die in den nächsten Monaten Schritt für Schritt in den Räumen der Ausstellung im ersten Stock des Humboldt Forums bis zur geplanten Eröffnung 2020 entstehen wird.